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Nachschlagewerk

Glossar: Angelbegriffe erklärt

Fachbegriffe aus den Guides, kurz und verständlich erklärt. Ein Begriff taucht in einem Guide zum ersten Mal verlinkt auf, hier findest du die Definition zum Nachschlagen.

Ausrüstung

Boilie

Kugelförmiger, gekochter Köder aus einer festen Mischung, vor allem für Karpfen. Wird meist über eine Haarmontage angeboten, weil er zu hart ist, um direkt am Haken zu halten.

Bremse

Einstellbarer Widerstand an der Rolle, der beim Drill Schnur nachgibt, bevor sie reißt. Zu straff eingestellt reißt die Schnur bei einem starken Fluchtversuch, zu locker verlierst du Kontrolle über den Fisch.

Chirurgenknoten

Angelknoten zum Verbinden zweier Schnüre, auch bei unterschiedlichem Durchmesser oder Material, etwa Hauptschnur und Vorfach.

Geflochtene Schnur

Angelschnur aus mehreren verflochtenen Fasern. Bei gleicher Tragkraft dünner als monofile Schnur, kaum dehnbar, dadurch direkteres Bissgefühl, aber weniger verzeihend bei Fehlern.

Grinner-Knoten

Universeller Angelknoten, auch Uni-Knoten genannt. Die gängige Wahl für geflochtene Schnur, weil er auch auf sehr glatter Schnur hält.

Karabiner / Snap

Schnappverschluss am Vorfachende für schnellen Köderwechsel ohne neu zu knoten. Ein einfacher Karabiner ist ein bekannter Schwachpunkt; hochwertige Snap-Typen mit hoher Federkraft (z. B. Cross Lock, Stay Lok) sind belastbarer.

Monofile Schnur

Angelschnur aus einem einzelnen Kunststofffaden. Günstiger als geflochtene Schnur, dehnbarer und verzeiht Anfängerfehler eher, hat aber weniger direkten Kontakt zum Köder.

Palomarknoten

Angelknoten zum Verbinden von Schnur mit Haken, Köder oder Wirbel. Kommt ohne feste Wicklungszahl aus und funktioniert auch auf geflochtener Schnur zuverlässig.

Pose

Schwimmender Bissanzeiger an der Montage. Sinkt oder zuckt auffällig, wenn ein Fisch anbeißt. Typisch für ruhiges Angeln auf Friedfisch.

Rapala-Knoten

Angelknoten, der dem Köder eine frei bewegliche Schlaufe statt einer festen Verbindung gibt. Lässt vor allem Wobbler und Spinner natürlicher schwimmen.

Sbirolino

Durchsichtiger oder getönter Wasserkugel-Auftriebskörper, der leichte Köder weiter wirft und in einer bestimmten Tiefe führt. Häufig beim Forellenangeln eingesetzt.

Setzkescher

Netzkäfig zur zeitweisen lebenden Aufbewahrung gefangener Fische im Wasser. Ob und wie die Nutzung erlaubt ist, regelt jedes Bundesland und teils jede Gewässerordnung unterschiedlich.

Stationärrolle

Die gängige Rollenart mit feststehender Spule, die sich beim Wurf nicht mitdreht. Der Standard für die meisten Einsteiger-Setups.

Tragkraft

Die maximale Zugkraft, die eine Schnur oder ein Vorfach ohne Reißen aushält, meist in Kilogramm oder Pfund angegeben. Ein Knoten schwächt die Tragkraft an der Verbindungsstelle immer etwas gegenüber der unbeknoteten Schnur.

Verbesserter Clinchknoten

Angelknoten zum Verbinden von Schnur mit Haken oder Wirbel, verbreitet bei monofiler und Fluorocarbon-Schnur. Für geflochtene Schnur nicht empfohlen, weil die glatte Oberfläche unter Last leicht durchrutscht.

Vorfach

Kurzes Schnurstück zwischen Hauptschnur und Köder oder Haken, meist aus Fluorocarbon oder Stahl. Oft unauffälliger im Wasser oder abriebfester als die Hauptschnur.

Wirbel

Verbindungsstück zwischen Hauptschnur und Vorfach. Verhindert durch eine drehbare Lagerung, dass sich die Schnur verdrallt, vor allem bei rotierenden Ködern wie Spinnern.

Wurfgewicht

Der Bereich, für den eine Rute ausgelegt ist, angegeben in Gramm. Gemeint ist das Gewicht von Köder plus Blei, das die Rute noch kontrolliert werfen kann, nicht das Gewicht des Fisches.

Übersetzung

Das Verhältnis von Kurbelumdrehungen zu Schnureinzug bei einer Rolle, angegeben etwa als 5.2:1. Bestimmt zusammen mit der Spulengröße, wie viel Schnur eine Kurbelumdrehung einholt. Deshalb ist eine Kurbelgeschwindigkeit in "Umdrehungen pro Sekunde" nie für jede Rolle gleich schnell.

Technik

Anfüttern

Gezieltes Einbringen von Futter am Angelplatz, um Fische anzulocken und dort zu halten. Als Grundregel gilt wenig, aber öfter, statt einmal viel auf einmal.

Angeldruck

Wie stark ein Gewässer von Anglern beansprucht wird, gemessen an Anglerzahl und Häufigkeit im Verhältnis zur befischbaren Fläche. Je höher der Angeldruck, desto vorsichtiger und schwerer fangbar sind die Fische dort meist.

Anschlagen

Der kurze, gezielte Ruck mit der Rute nach einem Biss, der den Haken im Maul des Fisches verankert. Zu früh oder zu hart angeschlagen, reißt der Köder aus, zu spät angeschlagen, hat der Fisch den Köder oft schon wieder ausgespuckt.

Ansitzangeln

Angelmethode, bei der die Montage ausgeworfen wird und du an einem festen Platz auf den Biss wartest, im Gegensatz zum aktiven Spinnfischen.

Bissanzeige

Sichtbares oder fühlbares Signal, das einen Biss anzeigt, etwa das Abtauchen einer Pose, das Nicken einer Rutenspitze oder ein Glöckchen. Welche Bissanzeige zum Einsatz kommt, hängt von der Montage ab.

Feederangeln

Grundangel-Methode mit einem Futterkorb (Feeder) statt einfachem Blei, der den Köder direkt mit Lockfutter am Gewässergrund anbietet.

Grundmontage

Angelmontage, bei der der Köder am oder nahe dem Gewässergrund liegt, meist mit einem frei laufenden Laufblei statt einer Pose. Laufblei, Gummiperle, Wirbel, Vorfach und Haken reihen sich in dieser Reihenfolge auf der Hauptschnur.

Haarmontage

Montage, bei der der Köder, meist ein Boilie, an einem kurzen Schnurstück (dem Haar) neben dem Haken hängt statt direkt am Haken zu stecken. Verhindert, dass harte Köder beim Anbieten abbrechen.

Jiggen

Führungstechnik, bei der ein meist mit Bleikopf beschwerter Köder ruckartig vom Boden angehoben wird und wieder absinkt.

Montage

Die komplette Anordnung aus Schnur, Vorfach, Haken oder Köder und gegebenenfalls Blei oder Pose, wie sie am Wasser aufgebaut und ausgeworfen wird.

Posenmontage

Angelmontage mit einer Pose als Bissanzeiger, typischerweise für Friedfischangeln. Von oben nach unten reihen sich Pose, Schrotbleie, Wirbel, Vorfach und Haken aneinander.

Fischarten

Friedfisch

Sammelbegriff für Fische, die sich überwiegend von Pflanzen, Kleintieren oder Aas ernähren, etwa Karpfen, Brasse oder Rotauge. Gegenstück zu Raubfisch.

Grundel

Kleiner, grundnah lebender Fisch. Mehrere Grundelarten sind in Deutschland gebietsfremd, etwa die Schwarzmundgrundel, die sich in einigen Flüssen stark ausgebreitet hat. Für nicht heimische Arten gelten in der Regel weder Schonzeit noch Mindestmaß wie bei heimischen Arten, die genauen Entnahmeregeln unterscheiden sich aber je nach Gewässer.

Raubfisch

Sammelbegriff für Fische, die aktiv andere Fische jagen, etwa Hecht, Zander oder Barsch. Gegenstück zu Friedfisch.

Weißfisch

Umgangssprachliche Bezeichnung für kleinere, silbrig schimmernde Friedfischarten wie Rotauge oder Güster. Eine Untergruppe des Friedfischs, kein eigener wissenschaftlicher Begriff.

Recht

Angelerlaubnis

Auch Angelkarte genannt. Die Erlaubnis, an einem konkreten Gewässer zu angeln, ausgestellt vom Verein oder Pächter, meist als Tages-, Wochen- oder Jahreskarte. Ersetzt nicht den Fischereischein.

Fischereischein

Bestätigt deine Sachkunde nach bestandener Fischerprüfung. Gilt bundesweit und berechtigt grundsätzlich zum Angeln, ersetzt aber nicht die Angelerlaubnis für ein konkretes Gewässer.

Mindestmaß

Die Länge, ab der ein gefangener Fisch entnommen werden darf. Wird von jedem Bundesland eigenständig geregelt und unterscheidet sich teils auch je nach Gewässer.

Schonzeit

Der Zeitraum, in dem eine Fischart nicht gefangen werden darf, meist während der Laichzeit. Wird von jedem Bundesland eigenständig geregelt.

Touristenfischereischein

Ein zeitlich befristeter Fischereischein ohne Fischerprüfung, den einzelne Bundesländer für kurze Zeiträume ausstellen. Ersetzt den regulären Fischereischein nicht dauerhaft und gilt nur im ausstellenden Bundesland.