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Einsteiger-Guide · Stand: August 2026

Angeln ohne Angelschein: Wo ist es erlaubt?

In den meisten Bundesländern brauchst du einen Fischereischein. Einige Länder lassen befristete Ausnahmen ohne Prüfung zu. Hier findest du, wo das gilt und wo nicht.

Grundsätzlich: Nein, mit wenigen Ausnahmen

In Deutschland brauchst du für das Angeln in der Regel einen gültigen Fischereischein. Er weist deine Sachkunde nach bestandener Fischerprüfung nach und gilt bundesweit. Ohne ihn zu angeln, begeht eine Ordnungswidrigkeit, unabhängig davon, ob du eine Angelkarte für das Gewässer besitzt.

Eine kleine Zahl von Bundesländern erlaubt Ausnahmen: befristete Fischereischeine ohne Prüfung für Touristen oder Neueinsteiger, oder eingeschränktes Angeln auf bestimmte Fischarten. Diese Regelungen sind Landesrecht und unterscheiden sich deutlich.

Ausnahmen nach Bundesland

Diese vier Bundesländer bieten nach aktuellem Stand eine Möglichkeit, ohne Fischerprüfung zu angeln. In allen anderen Bundesländern gilt die reguläre Fischereischeinpflicht ohne diese Ausnahme.

Bundesländer mit Ausnahmen von der Fischereischeinpflicht, Stand August 2026
Bundesland Regelung Gültigkeit Kosten
Mecklenburg-Vorpommern Touristenfischereischein ohne Prüfung 28 zusammenhängende Tage 24 € (23 € digital)
Schleswig-Holstein Urlauberfischereischein ohne Prüfung, einmal im Kalenderjahr um weitere 28 Tage verlängerbar 28 Tage 38 € online / 50 € vor Ort, Verlängerung 18 € / 30 €
Brandenburg Friedfischangeln ohne Fischereischein erlaubt. Für Raubfische wie Hecht oder Zander gilt weiterhin die Fischereischeinpflicht Kalenderjahr, an Fischereiabgabe gebunden 12 € Fischereiabgabe (Erwachsene), zusätzlich Angelkarte fürs Gewässer
Thüringen Vierteljahresfischereischein ohne Prüfung, maximal einmal pro Kalenderjahr, nur in Thüringen gültig Ein Quartal rund 25 € (Gebühr plus Fischereiabgabe)

In Niedersachsen wird ausdrücklich kein Touristen- oder Urlauberfischereischein ausgestellt. Prüfe die aktuellen Regeln immer bei der zuständigen Landesbehörde, da sich Gebühren und Fristen ändern können.

Gastscheine für Ausländer

Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Sachsen bieten spezielle Gastfischereischeine für Personen ohne Wohnsitz in Deutschland an. Das ist keine allgemeine Ausnahme für Einheimische ohne Prüfung, sondern eine eigene Regelung für ausländische Gäste. Details und Voraussetzungen erfährst du bei der zuständigen Fischereibehörde des jeweiligen Bundeslandes.

Forellenteiche und kommerzielle Anlagen

Kommerzielle Angelteiche, oft als Forellenpuff bezeichnet, arbeiten häufig nach privatem Recht statt nach dem staatlichen Fischereirecht. Viele verlangen deshalb keinen Fischereischein, sondern nur eine Tageskarte des Betreibers. Das gilt aber nicht überall und nicht automatisch. Kläre vor dem Besuch direkt mit dem Betreiber, welche Nachweise er verlangt.

Was droht bei unerlaubtem Angeln?

Angeln ohne gültigen Fischereischein gilt als Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Fehlt zusätzlich die Erlaubnis für das konkrete Gewässer, kann der Fall als Fischwilderei nach § 293 Strafgesetzbuch eingestuft werden. Das ist eine Straftat und kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren geahndet werden.

Ob ein Fisch tatsächlich gefangen wurde, spielt für die Einstufung keine Rolle. Zusätzlich drohen die Einziehung der Ausrüstung und, bei wiederholten Verstößen, der dauerhafte Ausschluss vom Erwerb eines Fischereischeins.

Der sichere Weg: der reguläre Fischereischein

Die genannten Ausnahmen sind zeitlich begrenzt und regional beschränkt. Wer dauerhaft und bundesweit angeln will, kommt an der Fischerprüfung nicht vorbei. Wie die Vorbereitung abläuft und was die Prüfung kostet, erklärt der Fischereischein-Guide.

Quellen

Angaben zu Gebühren und Fristen können sich ändern. Diese Seite fasst öffentlich zugängliche Informationen der zuständigen Landesbehörden zusammen, unter anderem des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, des Landesportals Schleswig-Holstein, des brandenburgischen Ministeriums für Landwirtschaft, Umweltschutz und Verbraucherschutz sowie des Thüringer Serviceportals. Prüfe vor deinem Angeltag die aktuellen Angaben direkt bei der zuständigen Behörde.

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