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Einsteiger-Guide

Zielfische für Anfänger: Fangchancen statt Traumfisch

Nicht der spektakulärste Fisch bringt dich als Anfänger weiter, sondern der, den du realistisch fangen kannst. Hier findest du Zielfische mit guten Fangchancen für die ersten Angeltage.

Warum nicht gleich der Traumfisch?

Wer mit dem Angeln beginnt, denkt oft zuerst an die spannendsten Arten: einen großen Hecht, einen Aal in der Nacht oder einen Wels. Das ist verständlich, aber als erster Zielfisch sind diese Arten nicht immer die beste Wahl.

Gerade an beliebten Gewässern herrscht oft ein hoher Angeldruck: Viele Fische werden regelmäßig beangelt, bekannte Stellen sind ausgefischt und erfolgreiche Methoden werden von zahlreichen Anglern eingesetzt. Dazu kommen Jahreszeit, Wetter, Gewässerkenntnis und die richtige Köderführung.

Für Anfänger kann das viele Stunden am Wasser bedeuten, ohne einen einzigen Fisch. Und ohne Erfolg geht schnell ein Teil der anfänglichen Begeisterung verloren.

Fang-Erfolg macht Angeln spannend

Am Anfang muss es nicht der größte oder spektakulärste Fisch sein. Viel wichtiger ist es, überhaupt Fische zu finden, Bisse zu erkennen und die ersten Fänge sicher zu landen.

Dabei lernst du ganz nebenbei:

  • wie sich ein Biss anfühlt
  • wie stark oder vorsichtig du anschlagen solltest
  • wie Bremse und Rute beim Drill zusammenspielen
  • wie du einen Fisch sicher landest
  • wie du einen Fisch richtig abhakst und versorgst
  • welche Stellen im Gewässer tatsächlich Fisch bringen

Ein kleiner Fisch kann dir als Anfänger deshalb oft mehr beibringen als zehn erfolglose Stunden beim Versuch, einen kapitalen Hecht zu fangen.

Gute Zielfische für die ersten Angeltage

Rotauge, Güster und andere Weißfische

Weißfische gehören zu den besten Einstiegsfischen überhaupt. Mit einer einfachen Pose, einem kleinen Haken und Ködern wie Made, Wurm oder Mais verstehst du schnell, wie Friedfischangeln funktioniert. Besonders interessant sind Gewässer mit einem guten Bestand: Dort sind mehrere Bisse innerhalb kurzer Zeit möglich. Einfache Montage, günstige Ausrüstung und meist gute Fangchancen machen sie zum idealen Einstieg.

Grundeln

An Rhein, Main, Donau und vielen angeschlossenen Gewässern kommen verschiedene Grundel-Arten teils in großen Beständen vor, besonders die gebietsfremde Schwarzmundgrundel. Das Angeln ist einfach: kleiner Haken, etwas Wurm und direkt am Grund oder zwischen Steinen anbieten. Gerade für die ersten Versuche kann das interessant sein, weil oft schnell etwas passiert. Grundelarten lassen sich leicht verwechseln, deshalb lohnt es sich, die vorkommenden Arten sicher zu bestimmen. Grundeln sind nicht heimisch, für sie gelten deshalb in der Regel weder Schonzeit noch Mindestmaß wie bei heimischen Arten. Prüfe trotzdem vor dem Angeln bei deinem Verein oder der Fischereibehörde, welche Regeln zur Entnahme an deinem Gewässer gelten.

Hering an der Ostsee

Eine ganz andere Form des Einstiegs bietet das Heringsangeln. Wenn Heringe saisonal in großen Schwärmen auftreten, können die Fangchancen sehr gut sein. Statt komplizierter Köderführung kommt meist ein Heringsvorfach mit mehreren kleinen Haken zum Einsatz. Vom Boot oder an geeigneten Küstenstellen kann so innerhalb kurzer Zeit viel Aktion entstehen. Hering ist aber kein Fisch, der jederzeit und überall einfach zu fangen ist: Jahreszeit, Standort, Schwarm und Wetter entscheiden. Wenn die Bedingungen stimmen, zeigt Heringsangeln aber gut, wie motivierend ein aktiver Angeltag für Anfänger sein kann.

Kleine Barsche

Auch Barsche sind gute Zielfische für Anfänger. Vor allem kleinere Barsche treten häufig in Gruppen auf. Hast du einen Schwarm gefunden, sind mehrere Fänge hintereinander möglich. Sie lassen sich mit Würmern ebenso fangen wie mit kleinen Kunstködern. Der zusätzliche Vorteil: Wer später gezielt mit Kunstködern auf Hecht oder Zander angeln möchte, lernt beim Barsch bereits viele Grundlagen aus dem Guide zum Spinnfischen für Anfänger.

Der schwierigere Zielfisch kommt später

Natürlich spricht nichts dagegen, von einem großen Hecht, Aal oder Wels zu träumen. Im Gegenteil: Solche Zielfische machen einen großen Teil der Faszination des Angelns aus. Aber du musst nicht mit ihnen anfangen.

Ein sinnvoller Weg kann zum Beispiel so aussehen:

Weißfisch → Barsch → größerer Raubfisch

Grundel → Barsch → Zander

Hering → Hornhecht → Meerforelle

Mit jedem Schritt kommen neue Techniken und Herausforderungen dazu. Welche Rute, Rolle und Schnur zu welchem Zielfisch passen, zeigt die Tabelle im Guide „Welche Angel für welchen Fisch?“.

Ein häufiger Anfängerfehler: das falsche Gewässer

Nicht nur die Fischart entscheidet über den Erfolg. Ein einfach zu fangender Fisch in einem schlechten Bestand kann schwieriger sein als ein anspruchsvollerer Fisch in einem sehr guten Bestand.

Die naheliegende Frage lautet: „Welchen Fisch möchte ich fangen?“ Genauso wichtig ist aber: „Welcher Fisch kommt in meinem Gewässer häufig vor?“

Ein Vereinsteich mit gutem Rotaugenbestand kann für einen Anfänger deutlich geeigneter sein als ein großer Fluss, in dem theoretisch zwei Meter lange Welse schwimmen. Wie du eine passende Stelle findest, steht im Guide „Angeln für Anfänger“.

Unser Tipp: erst Bisse sammeln, dann spezialisieren

Die ersten Angeltage müssen keine Jagd nach Rekorden sein. Sucht euch einen Fisch, der im jeweiligen Gewässer häufig vorkommt und sich mit einer einfachen Methode fangen lässt. Jeder Biss und jeder gelandete Fisch liefert Erfahrung.

Und mit den ersten Fängen kommt meist etwas, das für den Einstieg mindestens genauso wichtig ist wie die richtige Ausrüstung: die Freude daran, wieder ans Wasser zu gehen.

Merke: Der beste Zielfisch für einen Anfänger ist nicht unbedingt der spektakulärste Fisch. Entscheidend ist der Fisch, bei dem Methode, Gewässer und Bestand eine realistische Fangchance bieten.

Rechtlich zu beachten

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmeregeln unterscheiden sich je nach Bundesland und Gewässer, auch beim Umgang mit gebietsfremden Arten wie der Schwarzmundgrundel. Prüfe vor dem Angeln immer deinen Erlaubnisschein und die aktuellen Regeln bei deinem Verein oder der zuständigen Fischereibehörde.

Häufige Fragen

Weißfische wie Rotauge oder Güster sind ein guter Einstieg: einfache Montage, günstige Ausrüstung und an vielen Gewässern zuverlässige Fangchancen. Wichtiger als die Fischart ist aber ein Gewässer mit gutem Bestand der jeweiligen Art.

Nicht weil er nicht fangbar wäre, sondern weil du an stark beangelten Gewässern oft viele Stunden ohne Biss verbringst, bevor es klappt. Für den Einstieg ist es wertvoller, zuerst Grundlagen wie Bisserkennung, Anschlagen und Landen an einem einfacheren Fisch zu üben.

Ja, an vielen Gewässern mit Grundelbestand sind sie einfach und schnell zu fangen. Prüfe vorher bei deinem Verein oder der zuständigen Fischereibehörde, welche Regeln zur Entnahme an deinem Gewässer gelten.

Angeldruck beschreibt, wie stark ein Gewässer von Anglern beansprucht wird. Je höher der Angeldruck, desto vorsichtiger und schwerer fangbar sind die Fische. Ein weniger bekanntes Gewässer mit gutem Bestand bringt Anfängern oft mehr Erfolg als ein bekannter Hotspot.

Bereit für den ersten Angeltag?

Ausrüstung, Fischereischein und die ersten Schritte am Wasser findest du im kompletten Einsteiger-Guide.

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